Geschichte


1854

... sitzen in Hamburg fünf junge Männer zusammen und schwärmen von "Marie-Louise". Nur: Marie-Louise ist nicht etwa eine der schönen, jungen Hamburgerinnen, die über den Jungfernstieg stolzieren. "Marie-Louise" heißt ein vierruderiges Halbwherry, das sich die Herren am Jungfernstieg mieten und als "La Favorit" an einer Sportart teilnehmen, die bei den Hamburgern immer beliebter wird: Dem Rudern.

In den Anfangsjahren des neu gegründeten Clubs erleben die ersten Mitglieder Höhen und Tiefen. Doch mutig und zielstrebig verfolgen die Favoriten ihr Ziel: Sie schaffen eigene Boote an, geben sich entsprechende Satzungen und Kleiderordnungen. Im neuen N.R.V.-Bootshaus am Ferdinandstor finden sie einen Bootsschuppen mit Ankleideräumen. Und sie treffen sich regelmäßig in einem angemessenen Clublokal.

"La Favorit" engagiert Trainer, die für Regatten die Sportler hart trainieren. So feiert der Club schon bald zahlreiche Regattaerfolge im In- und Ausland. Im Laufe der Jahre schließt sich der Club mit anderen an der Alster zusammen.


1886
... wird aus "La Favorit" die "Favorite Hammonia".


1889
wird ein Favorite zum ersten Mal Deutscher Meister: Emil Döring (und wiederholt dieses Kunststück 1893).


1904
... feiert der Ruderclub "Favorite Hammonia", kurz "RCFH" genannt, sein goldenes Jubiläum. Ehrengast und Redner ist der Hamburger Bürgermeister Mönckeberg. Die Krönung im 50. Jubiläumsjahr ist die Einweihung eines sehr ansprechenden neuen Clubhauses an der Außenalster. Anfang 1914 wird es wegen rasch steigender Mitgliedszahlen erweitert. Der Erste Weltkrieg unterbricht den gewohnt-geliebten Ruderbetrieb. 75 Favoriten kehren aus diesem furchtbaren Krieg nicht mehr zurück.


1918
... knüpft der RCFH nach Kriegsende an frühere sportliche Erfolge an. Innenpolitische Wirren und Entbehrungen, verbunden mit der völligen Geldentwertung in den Nachkriegsjahren, bringen schwere Probleme mit sich. Doch: Die Favoriten lassen sich nicht unterkriegen; bald kommt mit den sportlichen Erfolgen auch das gesellschaftliche Leben wieder in Schwung.


1927
... gründet der RCFH eine Hockeyabteilung. Die Favoriten wollen auch im Winterhalbjahr attraktive sportliche Möglichkeiten anbieten.


Nach 1933
... reglementiert politischer Einfluss die Favoriten in zunehmendem Maße. Doch die Mitglieder finden einen sportlich und gesellschaftlichen Weg, bis im September 1939 der Zweite Weltkrieg ausbricht und erneut harte Zeiten auf alle zukommen.


1943
... wird das geliebte Bootshaus vollständig zerbombt. Das Bootshausgelände beschlagnahmt der Staat. Favoriten müssen an allen Fronten in den Krieg; 56 überleben ihren Einsatz nicht.


1946
Auch nach dem Zweiten Weltkrieg geben die Favoriten nicht auf. Mit einem unerschütterlichen Willen zum Neubeginn trainieren sie bereits 1946 - unter bescheidenen Verhältnissen - auf der Alster und rudern auf den ersten Regatten mit.

Das Bootshausgelände mit einer im Krieg darauf errichteten Baracke wird 1948 an die Favoriten zurück gegeben. Bereits vier Jahre später muss alles dem Bau der neuen Kennedybrücke weichen: Der nächste Neuanfang steht dem Club ins Haus.

Zusammen mit dem Hamburger Senat gelingt es, den heutigen Bootshausplatz zu finden. Im selben Jahr beginnen die Arbeiten am Neubau.


1954
100-jähriges Bestehen der "Favorite Hammonia": Clubmitglieder und Gäste feiern das Jubiläum im neuen Boots- und Gesellschaftshaus. Zusätzlich krönen große sportliche Regattaerfolge das Jubiläumsjahr.

In den Folgejahren entwickelt sich der Club weiterhin bemerkenswert: Die "Favorite Hammonia" wird zu einem der größten Ruderclubs in Deutschland und bleibt es bis heute.


1975
Seit den 60er Jahren als Steuermann in der Favorite eine "feste Bank", krönt Holger Hocke seine Karriere mit der Bronzemedaille bei der WM.

1978/79
25 Jahre nach Sextro/Bösch/Flügge/Knauth trägt sich ein weiterer Favorite - und dies gleich dreimal - in die Liste der Deutschen Meister ein: Werner Glowik siegt im Lgw.-Zweier, Vierer und Achter!

1984
kommen Claus Niebelschütz und Andreas Scharenberg hinzu - auch sie im Lgw.-Achter.


1985
... trifft die Favoriten erneut ein harter Schlag: Das Bootshaus mit über 50 Booten wird Opfer von Flammen. Doch schon am nächsten Tag steht fest: Das Bootshaus wird wieder aufgebaut und Boote neu beschafft.

Neun Monate später steht - am alten Platz - ein neues modernes Bootshaus. 1986 liegen dort wieder 30 neue Boote. Vier Jahre später erweitert der Club dieses Bootshaus wegen des stark gestiegenen Ruderbetriebes.

1988
richten wir das erste mal die "Hummel-Regatta" aus.

1992
Zum ersten mal wird ein Favorite Olympiasieger: Michael Steinbach gewinnt im Doppelvierer, nachdem er schon im selben und im Vorjahr Deutscher Meister geworden war.

Und die 90er Jahre bringen noch weitere Meister hervor:
1994 Mark Schreyer (4-)
1996 Claas-Peter Fischer (4-)
1997 Andreas Ortz / André Stockmann (2x)


2001
... das wunderschöne, in den Jahren 2001-2003 modernisierte Clubhaus bietet bei hervorragender Gastronomie an der Alster unvergessliche Stunden im Kreise von Ruderfreunden und bei privaten Feiern. Und dort feiert der Club auch bald ein im Rudersport und Vereinsleben herausragendes Ereignis:

2004

150 Jahre Favorite-Hammonia


2007
Das Jahr bringt eine ganze Reihe großer sportlicher Erfolge: bei den Deutschen Großboot-Meisterschaften siegen Favoriten im Lgw.-Vierer "ohne" und im Doppelvierer. 

Bei den Jugendmeisterschaften kommen zwei Silber- und eine Bronze-Medaille, bei den Eichkranzrennen kommen zwei weitere Bronze-Medaillen und einmal GOLD durch Daniel Makowski hinzu.

Diesen Eichkranzsieg toppt der Goldjunge dann durch den Gewinn der U23-Weltmeisterschaft und reiht sich damit in die Reihe der Doppelvierer-U23-Weltmeister Mark Schreyer (1990) und Max Schramm (2001) ein.


Regattasport, Breitensport und Wanderrudern auf in- und ausländischen Gewässern sind bis heute Alltag im RCFH.

Ein hauptamtlicher Trainer trainiert Rennruderer für Regatten und größere Renngemeinschaften mit anderen deutschen Clubs. Individuelles Aufbautraining ermöglicht ein eigener Fitnessraum.

In der Bootshalle liegen 70 professionell gepflegte Boote; 8 Achter sind darunter.

Größere und kleinere Rudergruppen aller Altersklassen pflegen den Breitensport und die Geselligkeit. Eine extra große Ruderbarke bietet bei Wanderfahrten unvergessliche Erlebnisse auf Flüssen und Seen.