Clubhaus

22.03.2012 - HoRR, Der Fari Achter auf der Themse – Platz 68

von Fred Brückner

 

 

Vergangene Woche Donnerstag, den 15. März, war es endlich soweit: Die Favoriten Lennart Dörwald, Jorim Gerrard, Jan Widderich, Fryderyk Czajkowski, Hans Heydenreich, Holger Schlünzen, Moritz Hesselmann, Lars Heyna, Fred Brückner und Philipp Ahlhaus als Ersatz von der Germania machten sich auf den Weg nach London, um das vielbekannte Langstrecken-Rennen "Head Of The River Race" zu bestreiten. Der Fari-Achter, bestehend aus der Kerntruppe der RBL-Mannschaft, hatte sich für diese Regatta langfristig vorbereitet, um eine Platzierung innerhalb der Top 100 zu erreichen. In den letzten 2 Wochen vor der Regatta wurden hierfür extra noch ein paar Wasser-Einheiten in Ratzeburg eingeschoben, mehrere Belastungen gefahren und der letzte Schliff von Kai von Warburg geholt. Leider kam es kurz vor der Abreise zu einem durch Krankheit bedingten Ausfall und so musste schnell Ersatz her. Nach kurzem Umhören erklärte Philipp Ahlhaus von der Germania sich bereit, für den erkrankten Favoriten Jan Widderich einzuspringen. Mit dieser kleinen Mannschaftsänderung war es um so wichtiger am Freitag vor dem Rennen noch ein letztes Mal in der finalen Besetzung auf der Themse zu trainieren. Hochmotiviert traf sich die Mannschaft um 10:30h an der Regattastrecke, um nach kurzem Aufriggern nochmal einmal die gesamte Rennstrecke von 6,8km hoch und wieder runter zu fahren. Wie das Schicksal es so wollte harmonierte die Mannschaft im ersten Augenblick nicht so recht. Manch einer sprach sogar von der unkonzentriertesten Einheit in diesem Jahr. Als wäre dies noch nicht genug der Ernüchterung, ging kurz vor Ende der Trainingseinheit ein heftiger Ruck durchs Boot. Danach sagte der Steuermann Lars etwas wie "Das hört sich nicht gut an..." und versuchte vergeblich das Boot wieder auf Kurs zu bringen. Mühsam an die Betonrampe manövriert, holte die Mannschaft das Boot aus dem Wasser und musste feststellen, dass das gesamte Schwert fehlte und das Steuer zudem verbogen war. Der tückenhafte Tidenhub der Themse von 7m (!) hatte anscheinend dafür gesorgt, dass das Boot beim zurückfahren unter Land leicht mit dem Schwert aufgesetzt haben muss. Freundlicherweise half der Bootsmeister des Barn-Elms Boathouse sofort mit einem Ersatzschwert aus und so konnte das Problem schnell wieder behoben werden. Ernüchtert von diesem Training brach die Mannschaft von der Regattastrecke wieder auf.
Am Samstag, dem Renntag, war das Wetter noch schlechter als zuvor. Grau bedeckt und leichter Niesel-Regen. Vor allem das Warten an der Beton-Rampe, mit dem Achter auf den Schultern, war in dem kalten Regen der Stimmung nicht besonders zuträglich. Dennoch waren alle motiviert bis in die Haarspitzen! Nach und nach wurden alle Achter zu Wasser gelassen und die Themse füllte sich immer mehr und mehr.  Alleine das Hochfahren zum Start glich einer Fahrprüfung für Steuermänner: Halbe Kraft, aus den Armen, Steuerbord über, volle Kraft, Ruder halt, halbe Kraft... Glücklicherweise hatten wir ein gutes Timing und mussten nur ca. 5 Minuten am Start warten. Dann ging es los. Wende, ab in die Strömung und Fahrt aufnehmen. Kurz vor dem fliegenden Start wurde die Schlagzahl auf 34 erhöht und dann kam auch schon das Kommando. Als wäre die gesamte Mannschaft wie geläutert von dem Training am Vortag, lief der Achter auf einmal. Das Boot stand und es dauerte nicht lange, da überholten wir auch schon den ersten Gegner. Immer wieder wurden 10 Schläge von Lars angesagt, wobei nochmal ganz genau auf Druck und Technik geachtet wurde. Nach 2/3 der Strecke passierten wir die Hammersmith-Bridge, wo ca. 1000 Menschen draufstanden und kräftig gejubelt haben. Mit diesem Ego-Push ging es auf den letzten Teil der Strecke. Mit letzter Kraft erreichten wir die Putney-Bridge und wurden mit dem Kommando "Durch!" von unserem Steuermann erlöst.

Am Ende reichte die Leistung des Fari-Achters für Rang 68 von 404 gestarteten Booten. Eine beachtliche Leistung bei den zum Teil weitaus schwereren Konkurrenten.

Ergebnisse weiterer Faris lauten wie folgt:

Bodo Schulenburg (Oxford Brookes, Rang 4),

Jonas Matthies (Agecroft, Rang 35),

Andreas Deschler (Ulm, Rang 102) und 

Frank Richter (Trier, Rang 118).